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Vom Schemeobed 2012

Vertreter der Narrenzunft Elzacher Schuttig zu Gast beim Schemenobed der Arbeitsgemeinschaft Villinger Fasnet.


Der jährliche Schemenobed begeisterte wieder alle, die den Weg in Jägerhaus gefunden haben. Nach der Begrüßungder Gäste durch Manfred Hermle gaben der erste und zweite Zunftmeister der Elzacher Narrenzunft einen Überblick über die traditionsreiche Geschichte der Elzacher Fasnet. Interessant waren für die Zuhörer die verschiedenen Verbindungen zur Villinger Fasnet. Als gelungene Überraschung präsentierten die Gäste drei alte Villinger Schemen,die in den frühen 20er Jahren in Elzach an der Fasnet getragen wurden. Im Anschluss berichtete Manfred Hermle über interessante Details und Geschichte der Wueschtvaterscheme, die eng mit der Elzacher Bärengfrißlarve verbunden ist.

Danach konnten auf einer Schemenwand Raritäten aus zurückliegenden Jahrhunderten bewundert werden. Darunter verschiedene Barock-Schemen, Schemen vom Ölmüller, Ummenhofer und Sieber, sowie alte Villinger Schemen aus Elzach. Mit einem liebevollen Gedicht von Hans Moser, Enkel des Schnitzers Friedrich Moser, über den Villinger Narro wurde das Programm fortgeführt.

Traugott Wöhrlin begeisterte die Zuhörer in einem launigen und höchst interessanten Vortrag über seinen bisherigen Werdegang als Schnitzer. Unterhaltsam für die Zuhörer waren dabei die zahlreichen Anekdoten und Erlebnisse von Traugott Wöhrlin. Beeindruckend war auch die Übersicht von rund 50 gezeigten Schemen, welche Wöhrlin in den vergangenen 57 Jahren geschaffen hat. Ins Auge fielen dabei die unterschiedlichen Charaktere der einzelnen Schemen.

In einen informativen Vortrag stellte Jürgen Fauth die Frage, was die auf dem Narrohäs gemalten Verzierungen zu bedeuten haben.Er fand ähnliche Abbildungen im Villinger Münster, am Eingang des Gasthauses Ott und am Portal St. Ursula. Nach Recherchen fand er heraus, dass es sich um Akanthusranken handelt. In der christlichen Deutung symbolisieren die Dornen des Akanthus das Streben nach Reichtümern, die Sinneslust, die Vergnügungen dieser Welt und seine fleischigen Blätter die Sünden des Fleisches.

In der allgemeinen Schemenrunde stellte Jonathan Riesle Schemen zeitgenössischer Schnitzer vor. Dabei ging er auch auf den klassischen, derben Suribel ein. Nach dem offiziellen Programm, konnten die Besucher alle gezeigten Schemen nochmals aus der Nähe betrachten und über die Schemen diskutieren.

Karl Haas und Manfred Hermle bedankten sich im Namen der Arbeitsgemeinschaft Villinger Fasnet bei den Gästen für deren Vorträge und überreichten als kleines Dankeschön ein Strählwässerle und „Päärle tannengerauchte Buurebroatwürscht“. Desweiteren bedankten sie sich beim Publikum und bei den Leihgebern von Schemen, da ohne diese Leihgaben ein Schemeobed in dieser Form nicht möglich wäre.